Die Geschichte des International Bluegrass Music Museums
Bluegrass Music entstand in den späten 30er und frühen 40er Jahren und nahm viel von seiner Form in den Jahren 1945 bis 1947 an, als die klassische Auflage der Blue Grass Boys Bill Monroe, Lester Flatt, Chubby Wise und Howard Mills umfasste. Der Gebrauch des Begriffes „Bluegrass“ zur Beschreibung des Klangs begegnet erstmals Mitte der 50er Jahre und erst in den 70er Jahren wurde Bluegrass allmählich als eine selbstständige Musikrichtung angesehen, nicht als Teil von Country- oder Folk Music. So dürfte es keine Überraschung sein, dass die Vorstellung eines „Heimes“ oder „Museums“ für Bluegrass bis zur Mitte der 80er Jahre nicht sehr griffig wirkte, vier Jahrzehnte nachdem Bill Monroe begonnen hatte, seinen Stil zu schaffen. Und obwohl Geschichte, Vorstand und Management durchaus getrennt sind vom Wirtschaftsverband für Bluegrass, sind die beiden eng miteinander verwoben.
Die International Bluegrass Music Association wurde auf Treffen in Nashville im Juni und August 1985 gegründet. Der Vorstand nahm unverzüglich das Angebot der Stadt Owensboro, Kentucky an, das Büro dort anzusiedeln. Gleich danach wurden 1987 die Handelsmesse und 1990 die jährliche Preisverleihung für die Musikindustrie eingerichtet und ein Gelände im RiverPark Center für ein internationales Bluegrassmuseum reserviert. Ralph Stanley und Ricky Skaggs waren ehrenhalber Mitvorsitzende in der anfänglichen Geldbeschaffungskampagne, Peter Kuykendall von der Zeitschrift Bluegrass Unlimited sammelte Unterstützung vom Rest der Industrie. Der Staat von Kentucky kam mit einer beträchtlichen finanziellen Unterstützung dazu und bald begann ein qualitätvoller zweistöckiger Museumskomplex Gestalt anzunehmen, die International Bluegrass Music Hall of Fame und die Bill Vernon Collection waren die Kronjuwelen.
Bedeutende Historiker, Gönner, Langzeitfans und auftretende Künstler legten sich ins Zeug, um attraktive Ausstellungsstücke, Sammlungen und erklärendes Material bei zutragen, das sowohl kompetent als auch verbindlich sein sollte. Ein ständiger Strom von Besuchern aus der ganzen Welt begann seine Pilgerfahrt nach Owensboro, zum International Bluegrass Music Museum, seinem Geschenkeladen und den Attraktionen im nahegelegenen Rosine, die die Monroe-Familie, Bill Monroes Kindheit, seine musikalischen Einflüsse und sein Grab darstellen. Frühe Leiter des Museums waren Tom Adler, Bill Evans, Beck Glenn und Chuck Hayes.
Im Jahr 2002 entwickelte das Museum seinen ersten strategischen Plan und schuf die Vision, „das Weltzentrum für die Darstellung der Geschichte, Kultur und Zukunft von Bluegrass Musik zu sein“ und die Mission, „eine Umgebung zu entwickeln und aufrecht zu halten, in der Menschen jeden Alters den Reichtum von Bluegrass durch eine aufregende und bildende Erfahrung entdecken können“.
Es wurde deutlich, dass es mehr als eines Gebäudes in Owensboro bedurfte, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Ehrgeizige Programme wurden gestartet. Eines war das Video Oral History Project, das eine Chronik von Hunderten von Bluegrasspionieren erstellt, solange sie noch mit uns sind und die Schöpfungsgeschichte erzählen können. Ein anderes ist die River of Music Party (ROMP), ein extravagantes Ereignis, das bezaubernde Liveaufführungen, Filme, Essen und eine Versammlung von Legenden vereinigte und dazu Teilnehmer aus der ganzen Welt in Veranstaltungen in der Halle und unter freiem Himmel an vier Tagen im Juni. Ein drittes ist Bluegrass In The Schools Project (BITS), welches sicherstellt, dass Tausende von jungen Leuten in Westkentucky etwas über das lebendige Erbe von Bluegrass lernen und einen ersten nahen Kontakt mit den Instrumenten herstellen. Ein viertes ist das alljährliche Monroe-Style Mandolin Camp, wo führende Vertreter der Bluegrassmandoline ihre Geheimnisse mit ausgewählten Lehrlingen der aufstrebenden Generation teilen. Ein fünftes schließlich ist Radio Bluegrass International (RBI), eine 24-Stunden-Internet-Radiostation. Es laufen noch mehr Projekte, Einzelheiten können anderswo auf dieser Web Site gefunden werden.
Obwohl die IBMA ihr Hauptquartier 2003 nach Nashville, Tn. verlegte, blieb das IBMM in Owensboro. Unter der geschäftsführenden Leitung von Gabrielle Gray seit Januar 2003 entwickelte sich das Museum zu einem Magneten, einem Führer und einer wesentlichen Kraft zu Erhaltung und Interpretation einer wachsenden kulturellen Form. Kaum ein Heranwachsender, hat das Museum bereits einen Einfluss, der weit stärker ist als seine physikalische Größe, sein kleiner Stab und sein begrenztes Budget vermuten ließe. Was bringt die Zukunft? Träumen Sie mit uns, werden Sie ein Mitglied, besuchen Sie es und arbeiten Sie mit an der Gestaltung der Zukunft.
„Das International Bluegrass Music Museum hat eine ungeheure Bedeutung für die Schaffung des Prestiges und die Erhaltung der Geschichte der Musik“.
Lance LeRoy, Mitglied der Hall of Fame
„Bluegrass hat eine reiche und farbenfroheVergangenheit. Unsere Leute sind eine Sammlung von Humor, Tragödie, Romanze, Kummer und jeder anderen Geschichte, die man sich vorstellen kann. Dieses Gewebe von faszinierenden Stories ist im IBMM porträtiert, und es ist ein Platz, der ebenso vital in der Sicherung der Zukunft wie in der Erhaltung unserer Geschichte ist.“
Dan Hays, IBMA